Folsäure ist vor allem im Zusammenhang mit Kinderwunsch und Schwangerschaft bekannt. Das Vitamin erfüllt jedoch in jeder Lebensphase wichtige Aufgaben und ist ein vielseitiger Rohstoff für moderne Nahrungsergänzungsmittel.

Was ist Folsäure?

Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine und wird auch als Vitamin B9 bezeichnet. Sie kommt natürlicherweise in Lebensmitteln vor und wird in industriell hergestellter Form unter anderem in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln eingesetzt.

Die in Nahrungsergänzungsmitteln verwendete Folsäure ist stabiler als die natürlich vorkommenden Vitaminverbindungen und kann vom Körper besonders gut aufgenommen werden. Im Organismus wird sie in biologisch aktive Verbindungen umgewandelt.

Gute natürliche Folsäurequellen sind insbesondere grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, Kartoffeln und Eier. Da das Vitamin empfindlich gegenüber Licht und Hitze ist, können längere Lagerung und starkes Erhitzen den Folsäuregehalt von Lebensmitteln verringern.

Was macht Folsäure interessant?

Folsäure trägt zur normalen Blutbildung, zur normalen Funktion des Immunsystems und zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei. Darüber hinaus hat sie eine Funktion bei der Zellteilung und trägt zur normalen psychischen Funktion sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.

Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung während der Schwangerschaft, da Folsäure zum Wachstum des mütterlichen Gewebes beiträgt. Eine Studie bei Frauen mit erhöhtem Wiederholungsrisiko zeigte bei der Einnahme von Folsäure deutlich weniger Neuralrohrdefekte. Frauen, die schwanger werden möchten oder könnten, wird deshalb zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung die Einnahme von 400 µg Folsäure pro Tag empfohlen – beginnend mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels.

Auch der Homocystein-Stoffwechsel ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine Studie zeigte bereits bei niedrig dosierten Folsäurepräparaten eine Senkung der Homocystein-Konzentration im Blut.

Ein vielseitiger Rohstoff

Folsäure kann je nach gewünschter Rezeptur in Tabletten, Kapseln, Pulvermischungen oder flüssigen Produkten eingesetzt werden. Sie eignet sich sowohl für Monopräparate als auch für Kombinationen, beispielsweise mit anderen B-Vitaminen, Mineralstoffen oder ausgewählten Mikronährstoffen.

Damit bietet Folsäure zahlreiche Möglichkeiten für Produktkonzepte, die sich an unterschiedliche Zielgruppen und Lebensphasen richten. Die Dosierung sollte stets auf das jeweilige Produkt, die eingesetzte Folsäureverbindung und den vorgesehenen Verwendungszweck abgestimmt werden.

Eine dauerhaft hohe Folsäurezufuhr kann unerwünschte Wirkungen haben und unter anderem einen bestehenden Vitamin-B12-Mangel verdecken. Die empfohlene Verzehrmenge sollte daher nicht überschritten werden.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (2025): FAQ Folat. (abgerufen am 17. September 2026).

MRC Vitamin Study Research Group (1991): Prevention of neural tube defects: results of the Medical Research Council Vitamin Study. The Lancet, 338(8760), 131–137.

Brouwer et al. (1999): Low-dose folic acid supplementation decreases plasma homocysteine concentrations: a randomized trial. The American Journal of Clinical Nutrition, 69(1), 99–104.